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Die Corona in den spätrepublikanischen römischen Gerichtshöfen

Хрусталёв Вячеслав Константинович

In spätrepublikanischer Zeit war die Anwesenheit einer Zuschauermenge (corona) ein wichtiges Merkmal jedes strafrechtlichen und auch zivilrechtlichen Prozesses. Unter der corona fanden sich Freunde und Klienten des Angeklagten, Rhetorik studierende junge Männer sowie einfach nach Unterhaltung suchende Schaulustige und sogar zufällige Passanten. Die zur Gerichtsverhandlung kommenden Menschen galten als Vertreter des souveränen römischen Volkes, die durch ihre Präsenz die Rechtmäßigkeit des Verfahrens sowie die Rechtschaffenheit des von den Geschworenen gefällten Urteils garantieren sollten. Die corona kann deswegen als eine Art nicht-beschlussfassende Volksversammlung verstanden werden. Es wurde stillschweigend anerkannt, dass das Volk seine Meinung offen äußern und sogar ins Verfahren eingreifen durfte, falls es aus irgendeinem Grund ein Gerichtsurteil für ungerecht hielt. Der öffentliche Konsens bezüglich der Entscheidung der Richter war gewünscht und wichtig, und die Geschworenen sollten auf die Erwartungen des Publikums Rücksicht nehmen.

Ключевые слова: späte römische Republik, Gerichte, Cicero, römische Redekunst, römische Politik